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Im BBR, dem Bürgerforum Bauen Radolfzell, haben sich Radolfzeller Bürgerinnen und Bürger zusammengetan, um sich kritisch mit den Entwicklungen iBBR Bürgerbeteiligungn der Stadt auseinanderzusetzen und sich dann konstruktiv mit ihren Berufs- und Lebenserfahrungen im Rahmen der Bürgerbeteiligung einzubringen. Ein echtes Forum also, ein „Marktplatz“ der Meinungen, Ideen und Konzepte, mit großem Engagement und Zeitaufwand ehrenamtlich organisiert.

Nach der Gründung am 14.04.2016 fand das 1. Treffen am 24.06.2016 statt. Die Homepage www.BBR-Radolfzell.de ging am 20.07.2016 Online. Danach folgten Pressegespräche mit Südkurier und Wochenblatt sowie eine Präsentation im Planungsausschuss. Und ähnlich ging es fünf Jahre lang weiter, nachfolgend ein paar Beispiele.

Intern ist BBR strukturiert in Aktivitäten, Querschnittthemen und Arbeitsgruppen. Aktivitäten umfassen Organisation, Kommunikation und Mitarbeit in Gremien. Querschnittthemen sind wichtig für alle Planungen und Vorhaben, also etwa Klima- und Naturschutz, vogelfreundliches Glas, die Identität von Radolfzell, Gestaltung und Nachhaltigkeit. Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit aktuellen, konkreten Planungen und Bauvorhaben (siehe BBR-Struktur).

Bei insgesamt 36 BBR-Treffen sowie zusätzlichen Sitzungen der Arbeitsgruppen wurden diese Planungen und Bauvorhaben anhand der Kriterien der Querschnittthemen analysiert, diskutiert und entsprechend bewertet und wenn möglich Verbesserungsmöglichkeiten, Alternativplanungen und Finanzierungsprobleme aufgezeigt. Zuletzt fand all dies situationsbedingt in Form von Videokonferenzen statt. Ziel ist es, unseren Mitgliedern zu ermöglichen, sich öffentlich, sachorientiert und kompetent in die Diskussionen zur Stadtentwicklung und Bauleitplanung einzubringen. Dazu wurden entsprechende interne Workshops veranstaltet.

Öffentlichkeitsarbeit fand statt durch Gespräche mit Verantwortlichen aus Stadt, Gemeinderat und Presse, sowie durch Teilnahme an vielen Gemeinderats-, Ortschaftsrats-, Ausschuss-Sitzungen und Bürgerworkshops. Zahlreiche Mitglieder von BBR haben Leserbriefe geschrieben und Bürgerfragen gestellt. Und auch 34 Stellungnahmen zu Bauvorhaben geschrieben, unter anderem zu St. Meinrad, Molencafe, Mettnaukur und Streuhau. Im Milchwerk haben wir eine Veranstaltung zur Mettnaukur durchgeführt. Dazu erschien dieser Artikel im Südkurier.

BBR hat einen Sitz im städtischen „Gestaltungsbeirat“ und einen Sitz beim „Runden Tisch Wohnen“. Im Rahmen "echter" Bürgerbeteiligung haben wir mehrere Impulspapiere und Konzepte verfasst, unter anderem:

Impulspapiere: 

 und teils direkt umsetzbare Konzepte:

Mitglieder von BBR haben in Zusammenarbeit mit Radolfzeller BürgerInnen Filme gedreht, z.B. zu St. Meinrad und zum Herzen-Streuhau.

BBR wird mittlerweile in Radolfzell als Organisation wahrgenommen, die sich kümmert und deshalb umgehend von Bürgern informiert wird, wenn es z.B wie aktuell um Baumfällungen geht.

Wir werden uns weiter engagieren für die Themen Klima- und Naturschutz, die Erhaltung und Stärkung von Grünflächen, für das Bewahren der Identität von Radolfzell durch entsprechende Gestaltung und für ein Bauen mit Augenmaß von Immobilien zum Wohnen statt Immobilien als Geldanlage (siehe Unsere Ziele)

BBR bleibt kritisch, konstruktiv und konzeptionell. Auch in den nächsten 5 Jahren !

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Die von BBR schon seit 2016 vertretene Meinung "In Radolfzell wird zu viel gebaut und zwar das Falsche" setzt sich auch bei Experten mittlerweile durch. Am 07.03.2021 erschienen gleich mehrere Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS), die sich mit Neubaugebieten und dem damit verbundenen Flächenfraß beschäftigen (siehe FAS-Artikel-1, leider nur als Foto, deshalb zum Lesen bitte auf das Bild klicken und dann Ansicht vergrößern).

Dort werden Experten wie die Architektin und Stadtplanerin Christine Simon-Phillip aus Stuttgart zitiert:

  • "Wir bauen den Leerstand von morgen" und
  • "Wir müssen Menschen, die im Einfamilienhaus wohnen wollen, stärker in den Bestand lenken, statt neu zu bauen"

Die Ausweisung neuer Baugebiete statt der Sanierung des Bestandes ist nicht mehr zeitgemäß, sondern entspricht die Denkweise der 60-70-ger Jahre des letzten Jahrhunderts. Durch neue Nutzung vorhandener Immobilien statt Abriss und Neubau wird nachhaltig nicht nur der CO2-Ausstoß verringert, sondern auch mindestens 20 Jahre der Betriebsenergie eingespart. Innenstädte werden wiederbelebt, der Einzelhandel gewinnt Kunden vor Ort. Manche Städte renovieren deshalb sogar in Eigenregie einzelne der alten Gebäude als Musterhäuser, um Interessenten anzulocken (z.B. Osterholz-Scharmbeck in Niedersachsen und Wanfried in Hessen). In Cuxhafen gibt es die Wohn-Lotsen, ein Netzwerk aus Architekten, Maklern und Banken, die leere Gebäude an Kaufinteressenten vermitteln. Ergebnis: kein Leerstand mehr !

Auch die Architektin, Stadtplanerin und Professorin für Städtebau an der RWTH Aachen Christine Reicher kritisiert den unnötigen Flächenfraß durch Neubaugebiete im Außen- und Innenbereich (siehe FAS-Artikel-2). Sie sagt sinngemäß:

  • "Wir haben gerade erlebt, wie wichtig öffentliches Grün in der Stadt ist, gerade auch für Menschen ohne eigenen Garten" und
  • "Grünflächen und Bäume sind ein wichtiger Faktor zum klimatischen Ausgleich", also
  • "Grünflächen haben wichtige soziale und ökologische Funktionen".

Dies sind entspricht fast wörtlich den Formulierungen aus alten BBR-Papieren zu den Themen "Klimaschneisen" und "Grünraumplan" (bitte auf das Bild rechts klicken).Wir waren und sind unserer Zeit weit voraus, nur in der Radolfzeller Stadtplanung sind diese Erkenntnisse noch nicht angekommen. Dort gilt nach wie vor die Devise "Zurück in die 70-ger Jahre !". 

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Im Westen Radolfzells, angrenzend an das Natura-2000-Naturschutzgebiet "Radolfzeller Aachried" steht ein etwa 40-Jahre alter Auwald, genannt Herzen-Streuhau. Dort wachsen Eichen, Birken, Silberweiden, Kirschbäume, Ebereschen und vieles mehr. Gefährdete und schonungsbedürftige Vogelarten wie Gelbspötter, Rauchschwalbe, Grauschnäpper, Kleinspecht und Nachtigall haben hier ihre Heimat. Auch streng geschützte Fledermäuse und der Biber wohnen hier.

Im gesamten Gebiet gibt es 12 Biotope sowie 2 Biotopverbünde (kartiert vom Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg - LUBW).

Ein 6-Min-Film zeigStreuhau 20200627t aus der Vogelperspektive, dass es sich um ein Paradies handelt.

(<<< Bitte klicken Sie auf das Bild oder hier: BBR-Streuhau-2020) 

Nun soll dieses Gebiet einer "touristischen Nutzung" zugeführt werden. Gebaut werden sollen 34 Ferienhäuser für 2-8 Personen, 5 Baumhäuser, ein Tagungshaus, ein Hotel mit 80 Zimmern, ein Restaurant und Café sowie ein Langhaus für Fitness und Yoga. Und natürlich ein entsprechend großes Parkhaus.

Ein "einmaliger Natur- und Landschaftsraum", wie im internationalen Bodenseeleitbild als strategischer Schwerpunkt genannt, soll zerstört werden.

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In Radolfzell gibt es keine erkennbare Strategie für die Zukunft mit und nach Corona. Konstanz hat schon im April 2020 reagiert, die Fachabteilungen hatten bereits erste Konzepte geliefert. "Alle unsere Planungen sind Makulatur" sagte der Konstanzer OB Burchard bereits am 21.04.2020. Ähnlich in Singen.

Warum gibt es in Radolfzell keine umfassende Bestandsaufnahme, keine "Best-Case-" und "Worst-Case-Szenarien", keinen ersten Maßnahmen-Katalog ? Das im OB-Interview angesprochene "Krisen-Management" ist nicht ersichtlich.

Folgende Vorgehensweise wäre dringend angebracht:

  • Bestandsaufnahme in allen Ressorts (Schulen, Kitas, Pflegeheim, Eigenbetriebe wie Mettnau-Kur und Stadtwerke, städtische Bauvorhaben, Tourismus, Beteiligungen an Klinikverbund und VHS, .....),
  • Dokumentation der Unterschiede "Vorher / Nachher", insbesondere bei städtischen Finanzen,
  • Strukturierung und Priorisierung von Vorhaben und Aufgaben (nach Pflicht und Kür, Dringlichkeit, Kosten und Machbarkeit),
  • Entwurf von Maßnahmen zum Monitoring (Erfolgsmessung) und Controlling (Nachsteuern)
    (Ein Beispiel aus einer Vorlesung von Peter Schubkegel finden Sie HIER)
  • Umsetzung, also Machen !

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Artikel von Anna-Maria Schneider, Südkurier Radolfzell vom 04. März 2020

Bauprojekt Untertorplatz: Die Angst vor einem zweiten Gerberplatz

Das Bürgerforum Bauen Radolfzell kritisiert den Entwurf für den Untertorplatz. Moderne, große Gebäude würden den Übergang von Altstadt zu Wohngebiet aus dem 19. Jahrhundert verschandeln. Ihr favorisierter Beitrag landete bei dem Architektenwettbewerb allerdings nur auf dem dritten Platz.